Hola, liebe Mitreisende,

wir melden uns zum ersten Mal nun aus Barcelona.
Wie die meisten bereits wissen, werden wir diesmal keine großen Reiseberichte verfassen, da wir nälich nicht vorhaben, wieder ein Buch zu schreiben (das es von den letzten drei großen Reisen jeweils gibt ? im Online-Shop zu beziehen ;-)), sondern vielleicht gibt es diesmal einen Bildband von Portugal und Galizien. Das werden wir erst zu Hause entscheiden.
Ab jetzt werden wir einfach von unserem täglichen Erleben erzählen, damit ihr wieder mit uns mitfahren könnt.

Am 15. Mai sind wir zu unserer vierten großen Reise gestartet, die uns an der Mittelmeerküste von Spanien entlang in den Süden von Portugal führen wird, dann kreuz und quer durch Portugal und zum Schluss noch nach Galizien.
Wie immer kamen wir erst am späten Nachmittag los, stellten aber mit Erschrecken fest, dass sich unsere Wischerblätter am Wohnmobil aufgelöst hatten. Hm, woher nehmen und nicht stehlen. Also, in die nächste Werkstatt, sollte doch aus Richtung Frankreich ein großes Regengebiet unausweichlich auf uns zukommen. Dort half man uns freundlich aus, indem wir an die Renaultwerkstatt in Schwetzingen verwiesen wurden, die schon per Telefon informiert waren (eigentlich war ja schon Feierabend, es war schon 17.30h) und alles klappte noch vortrefflich!

Unsere erste Übernachtung haben wir direkt am Canal du Doubs in Dôle mit Blick auf die wunderschöne Altstadt verbracht. Also ? wir haben natürlich nicht die ganze Nacht auf die Altstadt geblickt, aber so ähnlich eben. Am nächsten Morgen hat uns der Weg über Lyon in Richtung Mittelmeer, nach Cap d?Agde geführt. Dort haben wir zuerst mal zwei Tage Pause gemacht, waren doch die Reisevorbereitungen so anstrengend, denn uns blieben nur noch eineinhalb Tage zum Packen (nachdem wir noch sehr gerne ganz vielen netten Einladungen nachgekommen waren ? vielen Dank dafür in alle Richtungen!).
Da wir somit gut genährt waren und uns unsere liebe Nachbarin Renate auch noch mit Reiseproviant (zwei köstliche Kuchen) versorgt hat, brauchten wir uns die ersten Tage nicht mehr um unser leibliches Wohl zu sorgen.

Nach zwei herrlichen Strandtagen verließen wir Cap d?Agde und fuhren ab Perpignan die traumhaft schöne "Route de vin" entlang der wilden Küste. Der kleine spanische Küstengrenzort Port Bou wird durch sein riesiges Stellwerk der spanischen Eisenbahn beherrscht. Wegen der unterschiedlichen Spurweiten ist für fast alle Züge aus Frankreich hier Endstation, weshalb Bahnreisende in der Regel umsteigen müssen.
Weiter ging unsere Reise durch die bizarre und spärlich bewachsene Landschaft vom Cap de Creus. Die Küsten stürzen steil ins Meer und sind nur von kleineren Strandbuchten unterbrochen. Unser Ziel war hier das noch etwas verträumte Künstlerstädtchen Cadaqués. Es hat nicht zu viel versprochen, wir genossen hier zwei schöne Tage in der wildromantischen Landschaft.
Am zweiten Tag fuhren mit unserem Roller bis nach Roses, das am Anfang einer 15km langen Bucht liegt und genossen hier unsere ersten Tapas. Danach besichtigten wir das außergewöhnliche Kunstprodukt, den Ort Empúriabrava, das in den sechziger Jahren komplett auf dem Reißbrett geplant wurde. Ein insgesamt rund 30km langes Netz von zwei großen und mehr als zwanzig kleineren künstlichen Kannälen durch die in Sektoren aufgeteilte Feriensiedlung. Wir fanden hier alle Preisklassen von Villen und Booten. Wahrscheinlich geht es ungefähr bei € 500.000,00 los und endet eventuell bei ca. € 10.000.000,00. Die Villen decken architektonisch den spanischen Stil bis zum absolut modernen Stil ab. Ein El Dorado für Architekten und Schiffsbauer!
Da wir hiermit trotzdem noch nicht genug von Kunst hatten, entschlossen wir uns, das über einen kleinen Fußweg von unserem Campingplatz aus zu erreichende Dalí-Museum zu besichtigen. Es ist in der ehemaligen Fischersiedlung Port Lligat zu finden. Dalí lebte bis zum Tod seiner Frau Gala im Jahr 1982 hier und verließ nach deren Tod den Ort für immer und kehrte nie mehr zurück.

Wir haben nun schon den 21. Mai und schon jetzt läuft uns die Zeit ein wenig davon. Auf jeden Fall freuten wir uns jetzt auf die wunderschöne Stadt Barcelona und fuhren über Figueres und Girona (in dem uns unser altes Navigationsgerät mal wieder total verlassen und somit mitten durch die Altstadt führte - übrigens eine der reizvollsten, mittelalterlichen Altstädte Spaniens ? wie wir hinterher lasen) auf einen uns unbekannten Campingplatz in Gavà, direkt am Meer gelegen. Der ideale Ausgangspunkt für uns, mit dem Roller ins Zentrum zu kommen (ca. 15km). Am nächsten Morgen starteten wir zur großen Barcelonatour und begannen natürlich mit dem Flanieren über die Ramblas. Anschließend (und einen Cappuccino mehr) besichtigten wir das Viertel Eixample, das zur gleichen Zeit entstand, wie in Deutschland z.B. der Jugendstil, in Frankreich die Art Nouveau und in England und USA der Modern Style, in Italien der Liberty und in Österreich die Sezession. Die Besichtigung ist mehr architektonischer Art und deshalb biegen wir bald wieder ab ins echt spanische Leben und zwar ins Viertel El Raval. Dieses ehemalige Rotlichtviertel, früher von den Seeleuten das chinesische Viertel (nicht, weil hier so viele Chinesen gewesen wären, sondern weil alles so eng und voll wie in China ist) genannt, wurde von der Regierung versucht, auch reicheren Gesellschaftsschichten schmackhaft zu machen, um die Atmosphäre zu verbessern. Dies ist nicht ganz gelungen, aber es hat unserer Meinung nach einen besonderen Charme behalten (laut Reiseführer sollte man nicht in der menschenleeren Siesta-Zeit oder nachts durch die schmalen Gassen laufen?). Anschließend liefen wir noch durch das Viertel La Rivera, das wir von unserem letzten Besuch mit seinen schmalen Gassen, vielen Museen und blumengeschmückten schmiedeeisernen Balkonen noch so wunderschön in Erinnerung hatten. Auch diesmal genossen wir Barcelonas Zentrum sehr, machten uns aber auch noch auf den Weg zum Tibidabo, dem 512m hohen Hausberg Barcelonas. Den höchsten Punkt bildet die Kirche El Sagrat Cor. Man kann von ihrer Jesusstatue aus (für 2 Euro mit dem Aufzug zu erreichen), die auf dem Dach platziert ist, den besten Blick auf die Stadt und auf den Höhenzug der Sierra de Collserola genießen. Heute, dem 23. Mai, werden wir wieder weiterziehen. Diesmal in Richtung Valencia. Wir hoffen, es geht euch allen so gut wie uns und freuen uns auf ein paar nette Einträge in unser Gästebuch.




P-0046 E Blick vom Tibdabo auf Barcelona IMG_8401 (10)03


P-0005 F Cap de Agde IMG_0005


P-0037 E Dali Museum Port LligatIMG_000807


P-0001 Dole F Übernachtungsplatz IMG_0001


P-0024 E Cadaques IMG_0029


P-0020 F vor der Spanischen Grenze IMG_0030 (3)


P-0036 E Dali Museum Port Lligat IMG_0006


P-0037 E Dali Museum Port LligatIMG_000816


P-0043 E Barcelona Pl.Real IMG_8400


P-0044 E Barcelona City IMG_84020109


P-0031 E Blick auf Rosas EIMG_0001


P-0037 E Dali Museum Port LligatIMG_000813


P-0017 F Route de Vin IMG_0017


P-0037 E Dali Museum Port LligatIMG_000823


P-0021 F vor der Spanischen Grenze IMG_0030 (4)


P-0032 E Emp_riabrava IMG_0002


P-0010 F Cap de Agde Strand IMG_0010


P-0046 E El Sagrat Cor auf dem Tibidabo, Barcelona IMG_8401 (10)13


P-0029 E Cadaques IMG_0030 (9)


P-0037 E Dali Museum Port LligatIMG_000820